Alle Artikel über "Cloud"

G Suite Massenabwesenheitsmeldung setzten

- - IT, Snippets

Welcher Administrator kennt das Problem nicht – bei Feiertagen oder Ferien sollen für alle Mitarbeiter passende Abwesenheitsmeldungen erstellt werden.

Mit einem Exchange Server funktioniert das mehr oder weniger; Was aber wenn der Kunde oder das Unternehmen G Suite (vormals Google Apps for Work…) einsetzt?

Für einzelne Accounts kann diese Abwesenheitsnotiz zwar manuell gesetzt werden – sobald es aber mehr als 5 sind wird es mühsam.

Die Lösung für das Problem – der Google Apps Manager (kurz GAM).

Damit erhält der Administrator praktisch vollen Zugriff auf sämtliche administrativen Tätigkeiten von G Suite – zusammengefasst in einer handlichen Konsole.

Google Apps Manager / GAM installieren

Zuerst einmal muss die aktuellste Version von GAM heruntergeladen werden:

Download GAM: https://github.com/jay0lee/GAM/releases

Die Installation anschliessend braucht etwas Zeit, da diverse Zugriffsberechtigungen gesetzt und aktualisiert werden müssen. Sämtliche nötigen Schritte sind aber sehr detailliert im Installationsprozess erklärt.

Abwesenheitsnotiz für Alle oder einzelne Benutzer setzen

Eine Übersicht über die verschiedenen Befehle von GAM findet man auch hier.

Für eine Abwesenheitsmeldung für sämtliche Benutzer kann man folgenden Befehl nutzen:

Für einen einzelnen Benutzer kann die Abwesenheitsmeldung wie folgt gesetzt werden:

Mit folgendem Befehl kann anschliessend überprüft werden, ob ein die Abwesenheitsmeldung für einen bestimmten Benutzer aktiv ist:

 

Abwesenheitsnotiz für Alle oder einzelne Benutzer deaktivieren

Möchte man die Abwesenheitsnotiz anschliessend wieder deaktivieren, kann dies mit folgendem Befehl erreicht werden:

Oder nur für einen bestimmten Benutzer:

 

Windows 10 Microsoftkonto in Lokales Konto umwandeln

- - IT, Snippets

Windows 10 kennt neben Lokalen und Domänenbenutzern eine dritte Kontoart. Dabei wird ein Microsoftkonto  zur Authentifzierung verwendet. Wie man dieses in einen lokalen Account umwandelt – in diesem Artikel.

Wieso umwandeln?

Zugegeben – die Idee mit dem Microsoftaccount ist interessant. Hat man mehrere Geräte (z.B. Notebook, PC) wird damit nur ein Account benötigt, wichtige Dateien und Einstellungen werden über „die Cloud“ synchronisiert.

Leider ist das in der Praxis nicht immer die beste Lösung. Insbesondere wenn das Gerät ohne Internet verwendet wird, kommt man mit einem Microsoftaccount schnell an seine Grenzen.

Auch das Handling ist mit einem Lokalen oder Domänenaccount meistens flexibler und einfacher.

Probleme beim Zurücksetzen mit einem Microsoftaccount

Hat man bei der Ersteinrichtung nur den Microsoftaccount angeben und kann sich z.B. nicht mehr ans korrekte Passwort erinnern, muss dieses über den Microsoftaccount zurückgesetzt werden.

Dabei werden einige Fragen zum Benutzer gestellt – die aber nur greifen wenn die angebenen Daten auch noch verfügbar sind. Hat man den Microsoftaccount mit „etwas Phantasie“ erstellt steht man vor einem Problem.

Mit folgendem Tipp klappt das Zurücksetzen bzw. Umwandeln in einen lokalen Account trotzdem.

Eingabeaufforderung auf Anmeldebildschirm

Ziel ist es, direkt am Anmeldeschirm auf die Eingabeaufforderung zuzugreifen. Standardmässig ist das natürlich nicht möglich.

Folgende Schritte müssen ausgeführt werden (z.B. mit Live-CD oder in Windowsreparaturmodus):

  1. Unter C:\Windows\system32 die Datei Utilman.exe in Utilman.exe.old umbenennen.
  2. Anschliessend die Datei cmd.exe kopieren und in Utilman.exe umbenennen.

Bei einem normalen Windowsaccount könnte man das Passwort nun direkt am Anmeldebildschirm über Klick auf Erleichterte Bedienung zurücksetzen.

Da es sich hier aber um einen cloudgebundenen Microsoftaccount handelt, wird bei einem solchen Versuch die Meldung „Vorgang kann nicht ausgeführt werden, da das angegebene Konto nicht autoritativ ist.“ erscheinen.

Daher gehen wir den Umweg über den lokalen Administratoraccount.

Dieser muss erstmal aktiviert werden:

Dann können wir noch ein Passwort (1234…) vergeben:

Anschliessend muss der Computer neugestartet werden.

Nach dem Login kann der Administrator am unteren Bildschirmrand ausgewählt und mit dem  Passwort 1234 eingeloggt werden.

 

Comodo Positive SSL und Plesk 12

- - Snippets, Web

Comodo Positive SSL ist günstig, sicher und perfekt für den schnellen Einsatz zwischendurch geeignet. Die Installation auf Plesk 12 bringt aber einige Stolpersteine mit sich. Wie man trotzdem das Zertifikat sauber und vor allem korrekt installiert – in diesem Beitrag.

 

Es fehlt ein Feld?

Von Comodo erhält man ein Zip-File mit folgendem Inhalt:

Comodo Positive SSL

 

In Plesk 12 gibts zum Upload der entsprechenden Zertifikate aber leider „nur“ zwei Felder:

Plesk 12 SSL

 

Lädt man nun nur zwei Zertifikate hoch, wird SSL im Browser zwar als „gültig“ erkannt, mit gängigen SSL-Checkern (z.B. SSL-Trust, SSL-Labs) wird aber ein „missing Certificate Chain“ gemeldet. Noch problematischer wird das ganze, wenn man diese unvollständige Einrichtung beispielsweise mit Software direkt „anzapfen“ möchte. Unter Umständen funktioniert dann nämlich die mit SSL gesicherte URL nicht.

Eine Lösung muss also her.

Die Lösung mittels Texteditor

Die Lösung ist anschliessend dann zum Glück nicht weiter schwierig.

Folgende Zertifikate müssen in diese Reihenfolge im Texteditor geöffnet und in dieser Reihenfolge in das Feld CA-Zertifikat kopiert werden:

  • COMODORSADomainValidationSecureServerCA.crt
  • COMODORSAAddTrustCA.crt
  • AddTrustExternalCARoot.crt

Das übrige Zertifikat www_my_domain_ch.crt sollte ins Feld Zertifikat kopiert werden.

Anschliessend auf Text senden klicken und alles wird so klappen wie es sollte.

Tipp: Die Zuordnung ist in den obigen Screenshots bereits passend farblich hinterlegt…

 

SPAM – Back to the roots

- - Allgemein, IT, Web

Wir bekommen täglich Dutzende von SPAM-Mails. Dass diese Mails nicht immer „harmlos“ sind und wie weit man sie zurückverfolgen kann – in diesem Artikel.

Das Mail

Ricardo SPAMAm 9. September 2014 wurde im Namen von Ricardo.ch nebenstehendes Mail versendet. Auf den ersten Blick brilliert es nicht unbedingt durch übermässig viel Inhalt – interessant ist es trotzdem.

„Bestellung“, „Ricardo“? Passt irgendwie nicht  zusammen…

RTF – Datei im Anhang? Höchst suspekt…

Nichtsdestotrotz schlägt weder Google noch Kaspersky Alarm – Grund genug dem Ganzen einmal detailliert auf die Spur zu gehen.

 

Der Absender

Eigenschaften  SPAM MailWas bereits „gefühlsmässig“ klar ist bestätigt sich nach einer kurzen Analyse. Ricardo hat mit diesem E-Mail überhaupt nichts zu tun. Im Mailheader („Kopfbereich…“) findet man bereits den ersten Hinweis – abgesendet wurde es in Spanien mithilfe von Outlook Express.

Ursprung SPAM MailWenn man noch tiefer gräbt findet man sogar den ungefähren Sendestandort – Madrid. Selbstverständlich wird man den Absender nicht (mehr) am angegebenen Ort finden – er war aber physisch oder digital zumindest einmal an diesem Ort.

 

 

Das Ziel

Spätestens an diesem Punkt stellt sich die Frage, was der Absender mit diesem Mail überhaupt bezweckt. Da wir die „Aussenstelle Spanien“ von Ricardo bereits ausgeschlossen haben, bleiben nicht viele Alternativen. Phishing kann ebenfalls ausgeschlossen werden – es würde reichen einen Link anstelle eines angehängten Dokumentes zu senden. All das führt zum Schluss, dass das angehängte RTF – Dokument alles andere als harmlos ist.

Der Köder

Virtuelle Maschine als KöderUm der Spur weiter zu folgen bleibt in diesem Fall nichts anderes übrig, als das Dokument zu öffnen. Selbstverständlich nicht in einem produktiven System sondern in einer abgesicherten Umgebung. Als Köder dient ein ungepatchtes Windows XP ohne jeglichen Virenschutz aber mit aktivierter Windows –  Firewall. Wir wollen es den „Besuchern aus Spanien“ ja nicht zu leicht machen 😉 …

Der Anhang im Detail

Mail Ihre BestellungWer jetzt eine ausgeklügelte Masche in fehlerfreiem Deutsch erwartet, wird leider enttäuscht. Das Öffnen des RTF-Dokumentes im Anhang bewirkt nämlich noch nicht viel.

Erst nachdem man einen Doppeklick auf die vermeintliche Quittung durchgeführt hat, wirds interessant.

Anhang entpacktDas File „entpackt“ sich direkt in die temporären Dateien – an sich noch nichts aussergewöhnliches. Allerdings injiziert es sich zeitgleich in Systemprozesse…

 

Eine etwas tiefere Analyse zeigt dann – es handelt sich um eine Variante des Schadprogrammes Zbot.Trojanbesser bekannt als Zeus. Primäres Ziel ist das Abgreifen von sensiblen Zugangsdaten wie etwa E-Banking.

Back to the roots?

Bis zu diesem Punkt zeigen sich keine verdächtigen Netzwerkverbindungen. Wieso auch? Es gibt ja noch nichts von Interesse.

NetzwerkverbindungenSobald aber ein potentielles E-Banking genutzt wird (im Beispiel: UBS.com) kommt Bewegung in die Sache. Die recht sonderbaren AAAA Records korrespondieren dabei immer mit einem im System erstellten Unterverzeichnis. Die wohl interessanteste Verbindung kommt aber erst gegen Schluss:
8762 426.518167000 192.168.1.1 192.168.1.80 DNS 260 Standard query response 0xaa68 CNAME p-awse-211774586.us-east-1.elb.amazonaws.com A 50.17.221.235 A 50.17.201.27 A 50.17.183.39 A 54.225.68.181 A 23.21.241.69 A 54.225.231.249 A 50.16.245.116 A 50.16.191.165

Da die UBS ihre E-Bankingplattform garantiert nicht auf Servern von Amazon hostet (!!!) ) dürfte unter diesen Adressen bereits die C&C (Command-and-Control-Engine)  der Trojaners sein. Die entsprechenden DNS – Einträge verweisen zumindest allesamt auf die Amazon Web Services…

Wieso gerade die Cloud von Amazon bei den „Bad Guys“ so beliebt ist liegt auf der Hand; Günstig, Schnell und praktisch anonym. Fliegt das Ganze auf wird einfach der Account gewechselt und das Spiel beginnt von Neuem.

Toter Winkel

Dieser Versuch an sensible Daten von Schweizer Kunden zu kommen ist zwar von der Aufmachung her eher schlampig gemacht – nichts desto trotz werden ausreichend Schweizer davon betroffen sein, dass sich auch ein solcher „Low Cost“ Angriff lohnt.

Gefährlich scheint hier insbesondere der „tote Winkel“, d.h. der Zeitraum zwischen dem Versenden und Erkennen des Schadprogrammes.  Das infizierte RTF-Dokument ging problemlos durch Googles „Cloudfilter“ und passierte auch eine aktuelle Version von Kaspersky. Erst nach ca. 11 Stunden warf Kaspersky eine Warnung aus.

Es lohnt sich also durchaus nicht alles in die Hände von Sicherheitssoftware oder der Cloud zu legen sondern ab und zu auch etwas gesunden Menschenverstand zu gebrauchen- oder?

 

PS: Das Entfernen des Trojaners ist übrigens relativ leicht – ZBot Killer von Kaspersky erledigt das schnell und schmerzlos 😉

Cloud um jeden Preis?

- - Allgemein, IT, Web

Egal in welcher Branche man sich heute umhört – der Begriff „Cloud“ und „Daten auslagern“ ist allgegenwärtig. Es scheint die Lösung für alle Probleme zu sein – ohne Rücksicht auf Konsequenzen. Aber ist das wirklich so?

Die Nutzung einer Cloud ist selbstverständlich geworden. Egal ob Google, Dropbox, Microsoft oder wie sie sonst noch heissen – fast jeder lagert bei einem dieser grossen Anbieter einen Teil seiner Daten.

Cloud um jeden Preis?Der Grund dafür? Nun – Daten in der Cloud zu lagern ist einfach ungemein praktisch. Weder muss man sich um ein Backup kümmern, noch müssen die Daten in irgendeiner Form mit sich geführt werden. Selbst unterwegs hat man vollen Zugriff auf wichtige Informationen und kann diese nach Belieben mit allen teilen.

Hinzu  kommen die verhältnismässig geringen Kosten die bei den grossen Cloudanbietern teilweise sogar ganz entfallen.

Doch gibt es dabei keinen Haken? Keine Hintergedanken?

Alles hat seinen Preis

Alles hat seinen Preis, auch Dinge, von denen man sich einbildet, man kriegt sie geschenkt.

Jeder weiss es, nicht immer ist man sich dessen aber bewusst. (Nur) Nichts ist gratis.
Selbstverständlich bezahlt man beispielsweise für OpenSource Produkte die man kostenlos herunterladen kann nicht mit Geld – dafür aber mit Zeit, die man braucht um sich damit vertraut zu machen.

Auch bei Demoversionen und Gratisproben bezahlen wir mit Zeit – die wir einsetzen um uns mit dem Produkt zu befassen.

Wo also liegt der Preis der Cloud?

In der Zeit? In den meisten Fällen nicht – den Cloudprodukte sind praktisch „idiotensicher“ aufgebaut. Ein paar Klicks dort, ein paar Klicks da – und komplexe Vorgänge sind  plötzlich auch für Neueinsteiger möglich.

Für viele alltägliche Probleme finden sich heute findige Cloudprovider die eine Lösung anbieten – was darunter leidet ist das Verständnis und die Möglichkeit sich selbst weiterzuentwickeln.

All dies führt zu einer starken Abhängigkeit vom jeweiligen Anbieter. Man mag argumentieren, dass gerade im IT-Bereich immer eine Abhängigkeit von Systemen oder Produkten vorhanden ist – doch in der Cloud ist diese wesentlich stärker, da die Daten nicht nur technisch sondern auch räumlich vom Benutzer abgetrennt werden.

Ein Beispiel? Bei einer Serverlösung im Büro wissen Sie, dass Ihre Daten in Griffweite liegen. Bei einer Cloudlösung hingegen wissen Sie – …nichts.
Ihre Daten könnten theoretisch überall auf der Welt verteilt liegen, das Dokument XY liegt in einem Rechenzentrum in den USA, Video Y liegt auf einem Server in Deutschland…

Kurzum – wenn Sie totale Abhängigkeit suchen, in der Cloud werden Sie fündig!

Verblendung

Die monetären Kosten eine Cloudlösung versperren uns die Sicht auf den wahren Preis.

Es beginnt bereits im kleinen.
Sätze wie „Sichern Sie sich jetzt 5 GB kostenlosen Speicherplatz“ oder „Lager Sie Ihre Daten jetzt sicher und kostenlos in der Cloud“ klingen gut und verleiten uns, dieses Angebot gleich zu nutzen – denn was kann schon passieren?

Das wir dabei nicht nur unser Benutzerverhalten sondern auch unsere persönlichen Daten offenlegen spielt kurzfristig keine Rolle – denn das Angebot  ist ja einfach „zu gut“…

Dasselbe gilt für jede andere virtuelle Dienstleistung; E-Mail, Dokumentenbearbeitung, Musik– alles bekommt man heute in der Cloud – günstiger oder kostenlos und überall verfügbar!

Das Problem dabei, ist nicht einmal die Suche nach dem „günstigsten“ (oder billigsten?) Anbieter, denn jeder hat das Recht für sich oder sein Unternehmen das günstigste Angebot zu wählen. Problematisch ist  ist die „Geiz-ist-geil“ Mentalität; Wir fahren 20 km weiter, weil die Tankstelle dort das Benzin 2 Rappen günstiger anbietet. Wir bestellen Elektronikprodukte online aus China weils 30.- Franken günstiger kommt. Wir lagern Daten in der Cloud weils günstiger oder sogar kostenlos ist. Kurz – wir ordnen sämtliche Vor- und Nachteile den monetären Kosten unter – ohne Rücksicht auf langfristige Folgen.

Wir lassen uns vom Faktor Preis (ver)blenden – auf Kosten unserer Individualität und Unabhängigkeit.

Von Vordenkern und Mitläufern

Wer eine Cloudlösung verwendet, spielt nach den Regeln seines Anbieters. Alle Prozesse und Abläufe wurden vordefiniert – es gibt wenig Platz für eigene Anpassungen. Selbstverständlich lassen sich gewisse Punkte individualisieren (Logo, Texte) – aber immer nur bis zu einem gewissen Punkt. Jemand hat für Sie vorgedacht – jetzt müssen Sie mitlaufen.

Grundsätzlich ist die Idee eines vordefinierten Systems, dass sofort produktiv eingesetzt werden kann zwar absolut in Ordnung. Problematisch ist nur die Tatsache, dass dieses System sagt, was man wie tun muss. Die Notwendigkeit sich selbst mit einem Problem zu befassen entfällt fast vollständig – damit aber auch der Lerneffekt und die Chance individuelle Abläufe zu optimieren.

Macht die Cloud dumm?

Cloud_DenkenDie Frage ist heikel, muss aber dennoch gestellt werden. Wo wären wir heute, wenn die Menschheit immer nur vordefinierten Prozessen gefolgt wäre? Nur „fixfertige“ Produkte eingekauft hätte? Grundlegende Fragen einfach übergangen worden wären, weil die Lösung ja bereits da ist?

Wohin kommen wir, wenn die Antwort auf jede Frage nur noch lautet „die Cloud“?

Wo sind meine persönlichen Finanzdaten? In der Cloud.
Wo ist mein Erspartes? In der Cloud.
Woher erfahre ich, welches Wetter morgen ist? Aus der Cloud.
Woher erfahre ich den schnellsten Weg nach Zürich? Aus der Cloud.

Selbstverständlich ist die Cloud nicht durch und durch schlecht. Im Gegenteil. In gesundem Masse kann sie tatsächlich Dinge vereinfachen und Kosten senken. Doch genau dieses Mass findet bei weitem nicht jeder – inbesondere da „die Cloud“ immer mehr zum Statussymbol avanciert und Personen ohne Cloudnutzung als altmodisch oder ängstlich abstempelt.

Die Cloud kann „dumm machen“ indem uns komplexe Vorgänge als absolut simpel verkauft werden. Wir reichen ein Problem ein und erhalten die Lösung – wo, wie und womit diese aber entstanden ist bleibt  unverständlich.  Die Cloud denkt für uns und löst unsere Probleme, nimmt uns dabei aber auch die Gelegenheit uns selbst weiterzuentwickeln und neue Lösungswege zu finden.

Macht die Cloud abhängig?

Auf jeden Fall. Je komplexer die Cloudlösung, desto komplizierter ist der Zugriff auf Rohdaten. Bei reinen Speicherlösungen wie Dropbox, Google Drive oder Backup in der Cloud ist der Zugriff und der Erhalt von Daten noch relativ problemlos möglich. Werden hingegen ganze Systeme wie Server oder virtuelle Arbeitsplätze in der Cloud hinterlegt ist ohne Zustimmung des Anbieters oftmals nur ein teilweiser Zugriff möglich. Eine schnelle Möglichkeit den Anbieter zu wechseln gibt es dann nicht mehr – selbst der Export von simplen Datensätzen kann zu einer Herkulesaufgabe werden.

Bei jeder Entscheidung für eine Erweiterung oder Ergänzung des  System muss der Anbieter miteinbezogen werden. Kann z.B. mit einer physischen Infrakstruktur, die im Büro steht recht einfach ein Benutzer oder Gerät hinzugefügt werden, fehlen Ihnen bei einer in der Cloud hinterlegten Lösung dazu meist die Berechtigungen. Sie müssen zuerst nachfragen, ob das möglich ist bzw. was das zusätzlich kostet – und sind damit wiederum abhängig vom Anbieter.

Ist die Cloud sicher?

Sicherheit wird immer wichtiger – insbesondere wenn theoretisch jeder auf die Clouddaten zugreifen kann. In diesem Punkt müssen Sie sich aber auf Ihren Cloudanbieter verlassen – Sie haben wenig Möglichkeiten die Sicherheit zu überprüfen geschweige denn zu erhöhen. Sie spielen nach den Regeln Ihres Cloudproviders und müssen sich danach richten.

Auch der gern und oft erwähnte Standortvorteil Schweiz ist kein Garant für Sicherheit. Zwar mag dadurch eine gewisse rechtliche Sicherheit gegeben sein – wie stark sich ausländische Geheimdienste aber um das Recht in der Schweiz bzw. in Europa scheren, dürfte aber hinlänglich bekannt sein. Da jede Cloudlösung auch immer einen Teil  Soft- oder Hardware „Made in USA“ beeinhaltet, lässt sich auch die Gefahr für mögliche Hintertürchen nicht vollständig ausschliessen. Kurz – es ist eine Illusion zu glauben, nur weil eine Lösung in Europa gehostet wird,  sei man gegen Datenschnüffelei vollständig geschützt.

Dass Sicherheit gerade im Web schnell zum Problem werden kann, zeigte beispielsweise die Sicherheitslücke „Heartbleed„. Zwar kann sie auch lokale Installationen betreffen, der Schwerpunkt wird aber bei Cloudlösungen liegen. Welche Schäden dadurch entstanden sind wird sich erst langfristig zeigen.

Weg ohne Wiederkehr?

Die Cloud ist nicht ohne Grund nach einer Wolke benannt. Zwar hat man jederzeit Zugriff auf seine Daten, auf welchem physischen Medium diese Daten dann schlussendlich aber lagern kann oft gar nicht oder nur schwer festgestellt werden – alles liegt im „Nebel der Cloud„.
Zugegeben – dies mag für Urlaubsbilder oder private Mails keine grosse Rolle spielen.  Sobald  aber sensible Informationen wie Passwörter, persönliche Informationen oder Geschäftsdaten gespeichert werden, ist die Frage in welchen Teilen der Welt diese Daten denn nun kursieren, sicherlich berechtigt.

Da der Weg der Daten bei Cloudlösungen nicht immer nachvollzogen werden kann, ist auch die Enfernung derselben immer mit einem gewissen Risiko behaftet. Anders ausgedrückt – was einmal in der Cloud liegt ist nur sehr schwer wieder zu entfernen.

Relativierung

Den Preis der Cloud lässt sich nicht monetär beziffern. Wir bezahlen nicht nur mit Geld sondern auch mit nur schwer messbaren Werten wie Abhängigkeit, Persönlichen Informationen und Verlust von Selbständigkeit. Gleichzeitig ist die Cloud aber auch nicht durch und durch schlecht – in vernünftigem Masse verwendet, kann sie durchaus nützlich sein und den Alltag erleichtern.

Wie so oft gibt es nicht nur schwarz und weiss (Cloud vs. Offline) sondern auch grau – z.B. in Form einer privaten Cloud oder einer ausgeglichenen Hybridlösung. Alternativen zur Cloud insbesondere im Geschäftsbereich gibt es zu Genüge – sofern man denn dem Cloud-Hype widerstehen kann…